Thumbnail imageEigentlich waren wir unendlich froh, dass wir nach fast 40 Stunden ohne Schlaf, in Los Angeles, USA, landen konnten. Doch als wir unseren ersten Flip-Flop auf amerikanischen Boden setzten, traf uns fast der Schlag. Uns wehte eine steife Briese und 8 Grad Aussentemperatur um die Ohren. Vielleicht hatten wir den falschen Flieger genommen? Vielleicht sind wir nach Alaska geflogen? Nein, wir waren richtig. Los Angeles begrüsste uns mit sonnigem, aber super kaltem Wetter. Egal, ab durch die Passkontrolle, das Gepäck aufgepickt und mit dem Shuttel-Bus nach Hollywood. Dort haben wir in einem Hostel namens „Banana Bungalow“ ein Zimmer, oder anders gesagt, ein Dormbett reserviert.  Auf den ersten Blick machte die ganze Einrichtung einen super Eindruck. Alles, WiFi, Movie-Theater, „Döggelichaschdä“, Ping-Pong-Tisch, Bar etc., war vorhanden. Sogar Kaffee gabs rund um die Uhr gratis. Dann öffneten wir die Tür zu unserem Dorm-Room. Durch den ersten Spalt in der Tür begrüsste uns ein Geruchsspektrum gemixt aus alten Socken, abgestandenem Bierfurz, Schweiss und verbranntem Öl. Die Tür stand offen, und unsere Zimmergenossen lagen schnarchend vor uns in ihren Betten. OK – es ist ja nur für 3 Übernachtungen. Das sollte machbar sein. Ausserdem sind wir so übermüdet, dass uns kein Elefantenhaufen aus dem Schlaf reissen könnte.

Aufs Ohr legen wäre jetzt jedoch garantiert die falsche Option. Es war erst 10 Uhr morgens! Also einmal kräftig auf die Zähne gebissen und hopp auf die Piste. Hollywood lag schlussentlich direkt vor der Haustür. Keine 100 Meter in Richtung Westen fingen sie schon an -  die bekannten Sterne, die im Gehsteig eingelassen sind. Doch dass das so viele sind wussten wir nicht. Es hörte nicht mehr auf. Der ganze Hollywood-Boulevard war voll. Doch gab es nicht nur Sternchen zu sehen. Amerika zeigte sich in diesem Teil von Los Angeles von seiner „verrückten Seite“. Das Filmbusiness war allgegenwertig. Scientology ebenfalls. Unglaublich wie diese Sekte ihren Platz in diesem ganzen Glamour-Kuchen gefunden hat. Zurück zu Hollywood. Filmsets, Spiderman, Shrek, R2D2, alles war zu sehen. Wir wussten schon gar nicht mehr wo hin sehen. Also liesen wir die ganzen Eindrücke mit einem „real American Hot-Dog“ mal im Magen verschwinden. „Farmers Market“ war angesagt. Gespickt mit vielen „Fr-Essständen“ und Läden zeigte sich diese Attraktion von einer anderen, wirklich amerikanischen Seite. Viel „Pling Pling“, Sagex-Tannenbäume, Kunstschnee und  „Jingle-Bells“ mit „Samichläusen“ gabe es zu bestaunen. Bei uns hiesse das Ganze einfach Wheinachtsmarkt.  In Hollywood darf die übliche Portion „Show“ natürlich nicht fehlen.

Weiter ging es in Richtung Beverly Center, einer – naja –grossen Shopping-Mall (in Asien waren die Dinger einiges grösser). D&C, Prada, Louis Viton,  alle „Shiggi-Miggi-Marken“ waren vorhanden. Die Preise – utobisch. Nicht unsere Welte. Also hopp weiter in Richtung Sunset-Boulevard, Kodak-Theater und zurück zum Banana-Bungalow. Schlafen war angesagt. Doch das mit dem Schlafen wurde mehr oder weniger unfreiwillig um ein paar Stunden vertagt. Die Crew des Hostels hat eine Party geplant. Naja... es war viele „for free“. Also vernichteten wir noch ein paar Bier und ein Stück Pizza. Dann war endlich das mit dem schlafen dran. Wir teilten unser Zimmer mit einem jungen französischen Pärchen. Gute Nacht!

Am nächsten Tag planten wir einen Ausflug zu den Universal-Studios, die ca. 15 Minuten mit dem Auto entfehrnt lagen. Wir hatten einen Tagespass gekauft und konnten mit diesem so viel Attraktionen und Bahnen besuchen wie wir wollten. Es war immer noch super schweine kalt und wir frohren uns unseren Allterwertesten ab. Doch bald war dies vergessen. Es gab so viel zu tun und zu sehen. Für eine kurze Zeit war Remi wie zurück in die Kindheit versetzt. Hier konnte man einfach mal so richtig die Seele baumeln lassen und in die Fantasie-Welt von Hollywoods Filmindustrie eintauchen.

Viele Kulissen vergangener Filme waren noch immer zu sehen. Diese wurden schlicht und einfach so belassen und als Attraktion für Besucher umfunktioniert. Jurassic-Park, der weisse Hai, King-Kong, the Mummi, the Simpsons, zu jedem Kassenküller gab es ein Themenpark. Im Mittelpunkt stand bei allen mehr oder weniger der 3D annimierte Film. Unglaublich was alles mit visuellen Effekten zu machen ist. Der Tag ging rasend schnell an uns vorbei und bereits am Folgetag war die Weiterreise nach Cancun, Mexico, geplant.

Es hätte garantiert noch viel zu sehen und zu bestaunen gegeben. Doch Hollywood war einfach nicht für unser Budget und unsere Klamotten gemacht. Wir waren wärmere Gefilde gewöhnt. So viel es uns nicht schwer, am nächsten Morgen „Adiö Amerika“ zu sagen. Um 10.55 Uhr hebten unser super neuer A-320-Flieger von Virquin-Amerika vom Flughafen in Los Angeles Richtung Cancun, Mexico, ab.