Sonnenuntergang_in_Labuan_BajoFast schon lange ist es her, seit wir euch hier unseren letzten Reisebericht präsentiert haben. Also höchste Zeit für einen neuen! Flores hiess unser nächstes Ziel nach Gili Trawangan. Flores ist eine Insel knapp 2 Flugstunden östlich von Bali. Ein eher unbekanntes Fläcken Indonesien – wenn es da nicht die Nachbarinsel Komodo gäbe. Beim Namen Komodo kommt den meisten die Riesenechsen – die Komodovarane in den Sinn. Doch nicht nur für die Repilien ist die Gegend bekannt. Tauchen soll dort das Non-plus-ultra sein. Also machten wir uns auf den Weg, dies heraus zu finden. Mit einer MA20 (Flugzeug) ging es von Bali aus über Lombok, Sumbawa nach Labuan Bajo (Flores). Labuan Bajo ist ein kleines Fischdörfchen, dass am westlichen Ende von Flores liegt. Als wir dort angekommen sind standen natürlich schon viele hilfsbereite Locals bereit, die uns alle für wenig Geld ins Zentrum fahren wollten. Wir machten natürlich von einem dieser Angebote gebrauch und standen 10 Minuten später vor unserem dortigen Zuhause, dem Guesthouse Matahary (was soviel heisst wie Auge des Tages – oder einfach gesagt: Sonne).




Natürlich legten wir sofort unser Gepäck ab und erkundigten die Umgebung. Schnell stellten wir fest, dass Labuan Bajo eigentlich nur aus zwei Reihen Häusern besteht, die durch eine staubige Strasse getrennt wurden. Jedes zweite oder dritte Haus war davon komischweise ein Schuhgeschäft. Keine Ahnung warum? Doch ab und an konnte man auch einen Warung (Essensstand) und eine Tauchbasis finden. Wir fingen umgehend an, die Preise fürs Tauchen zu checken. Denn nicht weit vor der Küste von Labuan Bajo fing der Komodo Nationalpark an. Wir fanden nach ein wenig Suchen die Basis Komodo Aqua Dive, die erst kürzlich die Pforten öffnete und mit knapp 100 Fr. für 3 Tauchgänge die günstigste war. Nach einem informativen Gespräch mit Ben, dem dortigen Divemaster-Asspirant, machten wir unseren ersten Tauchtag dingfest. 6.15 Uhr am nächsten Morgen war Pick-up Time.  Nun hiess es aber erstmals was essen. Doch dieses Unterfangen erwies sich in Labuan Bajo als nicht so einfach. Denn die drei-vier Restaurants die es gab waren – sorry für den Ausdruck – schweinteuer! Fürs Erste blieb uns nichts anders überig als ein wenig tiefer ins Portemonnai zu greiffen.  Szenewechsel.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um 5.45 Uhr. Schon ein wenig früh! Doch tauchen stand an. Also hopp aus den Federn und Material parat machen. Pünklich um 6.15 Uhr wurden wir abgeholt und zum Pier geschippert. Dort angekommen ging es gleich auf ein kleines Fischerboot, das uns auf direktem Weg in die Gewässer des Komodo Nationalparks brachte. Dachten wir... Doch vorerst mussten wir noch russische Gäste auf einer nahe gelegenen Insel aufpicken, die auch mitkommen wollten. Schlussentlich waren wir zu zehnt, inklusiv Crew und Divemaster. Auch ein anderes Schweizer Pärchen war mit auf dem Boot, mit denen wir uns jedoch auf Englisch unterhalten mussten, weil wir nicht Französisch und sie nicht Deutsch sprachen. Ja... wir wissen es – schon ein wenig peinlich. Aber genug Bla bla jetzt....

Nach 3 Stunden Fahrt kamen wir entlich am ersten Tauchplatz an. Dieser lag in einer kleine Bucht vor einer der unzähligen Inseln. Nach einem Briefing gings mit einem grossen Schritt vorwärts ab ins türkiesgrüne Wasser. Schon der erste Blick nach unten lies uns erahnen, was uns da unten erwartet. Sichweiten ohne Ende und Korallenriffe, die vor Leben und Farben förmlich explodierten. Auf 20 Meter angekommen wussten wir als erstes überhaupt nicht wohin schauen. So viel Fisch auf einem Haufen habe ich (Remi) in meiner ganzen Tauchkarriere noch nie gesehen. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es war schlicht und einfach nur geil!  Nach 60 Minuten kamen wir mit einem riesigen Grisen im Gesicht aus dem Wasser. Am liebsten hätten wir einfach den Tank gewechselt und wären wieder abgetaucht. Doch es ging gleich weiter an einen der bekanntesten Tauchplätze rund um Komodo. Manta-Point war angesagt. Der Name sagt ja schon alles. Doch wir wollten uns nicht zu früh freuen. Denn auch Mantas machen ab und zu mal Pause und bleiben nicht an Ort und Stelle stehen. Doch an diesem Tag waren sie da – die Mantas. Und zwar in Hülle und Fülle. Schon vor dem Reinspringen konnten wir die Riesensegler von der Oberfläche aus sehen. Also nichts wir rein und runter. Anna hatte leider mit ihrem rechten Ohr zu kämpfen und der Druckausgleich lies auf sich warten. Doch auch dieser begleitete Anna nach ein paar Startschwierigkeiten in die Tiefe. Tiefe ist ein wenig übertrieben. Denn der Manta-Point war lediglich 10 Meter tief. Kaum waren wir auf dem kargen Meeresboden angekommen flog der Erste schon an uns vorbei. Eigentlich wollten wir nur unsere Köpfe drehen um uns anzugrinsen, da kamen schon die nächsten zwei Gleiter hinter einem Korallenblock auf uns zu geflogen. Ein unglaubliches Gefühl! Ganze sieben Jahre hatten wir gebraucht um in Genuss dieser Erfahrung zu kommen. Und jetzt hatten wir während 60 Minuten fünfzehn mal das Vergnügen, mit diesen riesigen Fischen Bekannschaft zu machen. Wieder auf dem Schiffsdeck angekommen fehlten uns einfach die Worte. Nur die Russen liesen was von sich hören. Es hätte zuviel Strömung gehabt und man könne ja so nicht filmen. Ja ja ja... dachten wir. Irgendwie typisch. Aber wir genossen einfach die Erinnerungen der letzten 60 Minuten und grinsten vor uns hin.



Auch der dritte und letzte Tauchgang war einfach super. Jendenfalls für die meisten. Die Russen hatten wieder mal zu meckern und einer von beiden verlohr sogar sein Tauchcomputer. Leider hatte Anna so mit dem Druckausgleich zu kämpfen, dass sie diesen Tauchgang nicht machen konnte. So beschlossen wir, am nächsten Tag zu pausieren.

Auch am kommenden Morgen sah es mit Annas Ohr noch nicht viel besser aus. Also mussten wir eine Alternative für unser Tauchprogramm finden. Nicht einfach an einem solchen Platz wie Labuan Bajo. Aber wir fanden sie – die Alternative. Sie hatte zwei Räder, 110ccm und war ungefair 120km/h schnell. Flores ist gross und es gab einiges zu erkunden. Z.Bsp. sei da ein Vulkan am andern Ende der Insel der drei verschieden farbige Kraterseen haben soll. Also einen Abstecher wert. Das Einzige was und daran hindern könnte, diesen Ort zu besuchen war die Distanz. Denn der Vulkan mit den Seen lag über 400km weit weg. Doch ein Versuch war es wert.

Am nächsten Morgen barchen wir also auf Richtung Ende (Ende ist der Name der Stadt in der Nähe des Vulkans). Der Weg zu unserem Ziel führte uns zuerst in Richtung Ruteng, einer kleinen Stadt am westlichen mittleren Ende von Flores. Ruteng lag ungefair auf 1100 Meter über Meer, was wir schnell auch von der Temperatur her zu spüren bekamen. Es wurde immer kälter und kälter. Aber wir hatten ja vorgesorgt und unsere Windjacken und Pullover eingepackt. Die Landschaft, die auf dem Weg nach Ruteng an uns vorbeizog, war gezeichnet von Reisterassen, Wäldern, grünen Wiesen und wunderbarer Stille. Ab und an kam uns ein Motorrad, ein Bus oder ein Auto entgegen. Aber wir fühlten uns schon fast ein wenig alleine verglichen mit dem Treiben in Labuan Bajo. In Ruteng angekommen machten wir unseren ersten Halt. Es war ja auch schon Mittag und unsere Mägen knurrten. Warung (lokals Restaurant) und Nasi Goreng war angesagt. Knapp 1 Stunden später waren wir bereits wieder auf dem Weg Richtung Bujawa. Bujawa ist ebenfalls ein kleines Bergdörfchen, dass aber in der Mitte von Flores liegt. Bis dorthin waren es jedoch noch 220 Kilometer, also ein gutes Stück zu fahren. Leider mussten wir nach weiteren 4 Stunden Fahrt, zunehmender Dunkelheit und fast leerem Tank feststellen, dass wir es wohl nicht schaffen würden. Und so liesen wir von unserem Plan ab und nächtigten rund 30 Kilometer vor Bajawa. Es war nicht wirklich das super Hotel das wir fanden. Aber es hatte zwei Matratzen und eine Tür zum abschliessend. Obendrauf kam, dass wir so müde waren, dass alles gut genug für uns war. So ging bei uns um 19.00 Uhr das Licht aus und schlafen war angesagt.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zurück nach Labuan Bajo, wobei wir noch einen Halt in Ruteng machten. Denn nahe von Ruteng sollte es laut Lonely Planet ein Reisfeld geben, dass wie ein Spinnennetz aussehen sollte. Am nächsten Morgen fanden wir dieses Reisfeld dann auch. Wieder zurück in Labuan Bajo war für den Rest unseres Aufenthalts natürlich wieder Tauchen angesagt. Denn das war schlicht und eifach das atemberaubendste was man auf Flores machen konnte. Jedenfalls für uns. Und wie wenn der liebe Gott unser Flehen nach mehr gehörte hätte, bekam Remi am selben Abend ein Jobangebot als Tauchlehrer in Lombok. Somit stand auch fest, was wir die nächsten vier Monate (bis Oktober) vor hatten. Remi hat entlich einen Job und Anna kann ihren Divemaster machen. Nach weiteren 3 Tage Tauchen gings auf direktem Wege zurück nach Bali und anschliessend nach Lombok.