Einfach_nur_schnLao Bao – ein Grenzübergang in den Bergen zwischen Vietnam und Laos. Mit Freude steigen wir aus unserem Bus, der Savanakath zum Ziel hat. Es geht jetzt erstmals ums Visum für Laos. Diverse Traveler haben uns erzählt, dass es gut sei, ungefaltete und neue Dollars in der Tasche zu haben. Die Zöllner und Beamten seien durch das Vorweisen und abgeben der genannten Scheine viel umgänglicher. Doch weit gefehlt. Ohne Probleme und ohne zahlen erhielten wir ein Visum für 15 Tage. Remi sogar für ein Monat. Dies jedoch auf Grund einer Unachtsamkeit eines Zöllners. Zufrieden und voller Vorfreude ging es 30 Minuten später weiter Richtung Zielort.

In Savanakath angekommen bot sich uns wie immer das gleiche Szenario. Eine Horde Tuk Tuk-Fahrer, die auf ihre Chance warteten. Wir entschieden uns für einen, Packten noch ein paar andere Traveler (damit das Tuk Tuk billiger wurde) dazu, und fuhren in die Stadt.

Savanakath beehrten wir nur eine Nacht. Am nächsten Tag gings mit dem Bus gleich weiter nach Pakse – ein kleiner Ort im Süden von Laos. Pakse bietet mit seiner Umgebung, dem Me Kong und Se Don (Flüsse), sowie dem Bolaven-Plateau mehr Möglichkeiten für Ausflüge  als Savanakath.  Es war jedoch nicht leicht eine Bleibe zu finden. Denn viele Traveler taten das Gleiche wie wir und erreichten Pakse ebenfalls zur gleichen Zeit. So blieb uns nichts anderes überig, als eine geschlagene Stunde nach einem Bett zu suchen. Dieses fanden wir dann auch – in einem indischen Hotel das nicht unbedingt unserem Geschmack entsprach und überteuert war. Naja... fürs Erste wars ok. Doch noch am gleichen Tag machten wir in einem anderen Guesthouse eine Reservation für den nächsten Tag.

Als wir unseren Umzug am nächsten Morgen dann vollstreckten, konnten wir uns an die Planung eines Ausfluges machen. Wir klapperten diverse Anbieter von Adventures-Touren ab. Doch alle waren mit ihren Angeboten und einem Durchschnittspreis von ca. $ 170 einfach zu teuer. So beschlossen wir, selber etwas zu organisieren. Wir mieteten uns ein Motorrad und stellten unser Gepäck für eine Nacht ein. Nur mit dem Nötigsten bewaffnet ging es nächsten Morgen auf direktem Weg nach Osten.  Dort lag eingebettet in Urwald und Dschungel das Bolaven-Plateau mit seinen unzähligen Wasserfällen, Kaffee- und Teeplantagen.

Nach guten 40 Kilometern und nochmals sovielen blauen Flecken am Hintern (die Strassen entsprechen nicht europäischem Standart) erreichten wir den ersten Wasserfall – Tad Champee.  Eine sehr steile Treppe – oder eher gesagt eine Leiter – führte durch ein Wirwar von Pflanzen und Bäumen runter zum Bach. Dieser musste dann aber erst überquert werden. Dazu diente ein umgefallener Baumstamm, der zum anderen Ufer führte. Von dort aus konnte man ihn dann erhaschen, den ersten Blick auf den Wasserfall. Wunderschön und tosend viel das Wasser über eine Felskante ca. 10 Meter in ein poolartiges Becken, dass zum schwimmen einlud. Nur zwei Locals waren zu sehen, sonst weit und breit kein Mensch. So relaxten wir für ein Weilchen und schossen unsere obligaten Fotos. Lange konnten wir jedoch nicht verweilen. Denn es lagen noch ganze 96 Kilometer vor uns.  So machten wir uns auf den Weg zum nächsten Wasserfall – dem Tad Fane. Dieser soll mit seinen 120 Meter Höhe einer der spektakulärsten sein. Doch was wir zu sehen bekamen war schön, jedoch nicht so spektakulär wie von vielen angekündigt. Der Fall war so hoch, dass man den Grund nicht sehen konnte. Ausserdem bot lediglich eine Plattform die Möglichkeit, einen Blick auf das Teil zu erhaschen. So beschränkte sich unser Aufenthalt auf zwei Fotos und einen laotischen Kaffee.

Tat Yuang hiess der dritte Wasserfall an diesem Tag. Diese war nicht ganz so hoch wie sein Vorgänger, jedoch um einiges schöner. Nicht so schön war hingegen, dass hinter uns zwei vollbepackte Reisecars mit Touris ankamen und parken. Anna und ich nahmen die Beine unter die Arme uns spurteten vorweg zum unteren Ende des Wasserfalls. Wir waren schnell, sehr schnell. Und so gelang es Remi, ein paar Fotos ohne unsere Verfolger zu machen. Zusehends zogen sich die Wolken am Himmel über uns zusammen. Gute 55 Kilometer waren noch zu fahren. So waren wir mindestens fast so schnell wieder zurück beim Parkplatz, wie wir 15 Minuten vorher beim Becken des Falls angekommen waren.

Wir hatten Glück – der grosse Regen blieb aus. Dafür lieferte uns die tiefstehende Sonne und die Wolken ein beeindruckendes Schausspiel am Himmel über den weitläufigen Tee- und Kaffeeplantagen. Unser nächstes Ziel hiess Tat Tadlo – ein Wasserfall an dessen Fusse das gleichnamige Dörfchen mit vielen Gasthäusern lag. Nach einer knappen Stunde Fahrt erreichten wir Tadlo. Das Dörfchen verteilte sich auf die beiden Flussufer, die unterhalb eines wunderschönen stufenförmigen Wasserfalls lagen. Unsere Bleibe hatten wir schnell gefunden. Ebenfalls schnell gefunden hatten wir ein paar Traveler, die schon in Pakse im gleichen Guesthouse waren. Mit ihnen verbrachten wir einen amüsanten und unterhaltsamen Abend in „Mama Papa’s Restauran“. 

Die Nacht in Tadlo war alles andere als amüsant und erholsam. Denn mit der Nacht wurde es auch ziemlich kalt. So frohren wir uns einen ab, bis die Sonne uns ca. 8 Stunden später ihre wärmenden Strahlen durch das mit Schilfmatten verkleidete Bungalow entgegen warf. Morgentouilette war angesagt. Anna ging aufs Klo sich frisch machen, Remi putzte sich vor dem Bungalow die Zähne. Zum öffentlichen Badezimmer war es zu weit, um die Zahlpasta los zu werden. So entledigte sich Remi dessen hinter dem Bungalow. Das was er dort zu sehen bekam, verschlug uns beiden ziemlich die Sprache. Ein leerer Hund – oder anders gesagt – das was von einem Hund noch überig bleibt, wenn er gehäutet wurde. Anschliessend mussten wir uns belehren lassen, dass Laoten ab und zu mal Hunde essen. Und dieser Hund war anscheinend Nachts zu oft störend mit seinem Gebelle aufgefallen. Naja...soviel zu dem. Nach zwei riiiiiiiisigen Bananen-Pankakes und einem Bad im Flussbecken unterhalb des Tat Tadlo, gings zurück nach Pakse. Dort buchten wir noch am selben Abend die Weiterfahrt zu den 4000 Inseln, die weiter südlich an der kampotschanischen Grenze liegen.