denkmal nahe zicatela beachAuch dieser Reisebericht beginnt wieder mit Gemecker über eine übelst lange Busfahrt. Aber eben, dass ist nun mal so wenn kostebewusst gereist werden soll. 17 Stunden betrug die Fahrt von Palenque nach Puerto Escondido inklusiv einer Erkältungsauffrischung. Egal – in Puerto Escondido angekommen waren die Strapazen schon bald vergessen. Puerto begrüsste uns mit einem traumhaften Sonneaufgang, einem wunderschönen, fast menschenleeren Sandstrand, riesigen Wellen und vielen kleinen Restaurants und Bars.

Für die erste Übernachtung suchten wir vorerst einmal ein einfaches Hotel nahe dem Busbahnhof. Dieses war schnell gefunden. Doch irgendwie – trotzt der schlaflosen Anreise – wollten wir unseren übermüdeten Knochen keine Pause gönnen. Die Neugier über Puerto war grösser als der Drang nach Schlaf. So machten wir uns auf die „Flip-Flops“ und erkundeten vorerst mal die Umgebung des ehemals kleinen Fischerdörfchens. Schnell merkten wir, dass hier alles ein wenig langsamer, lockerer und lauter vor sich ging. Genau das was wir suchten. Einfach ein Platz zum verweilen. So lag es mehr oder weniger auf der Hand, dass wir genau hier für die nächsten 2 Monate abstiegen.

Eine gemütliche Bleibe - mit Pool und Küche wohlgemerkt - war schnell gefunden. Dies nur einen Katzensprung von Zicatela-Beach, der vorallem in der Surfgegmeinde sehr bekannte ist, entfehrnt. Das Beste am ganzen war aber die Aussicht von unserer Veranda. Das Meer, die Wellen lagen uns sozusagen vor den Füssen. Wir hatten sogar ab und zu das Glück, Buckelwale springen zu sehen. Diese zogen nämlich genau zu dieser Zeit von British Columbia richtung Süden, um zu gebären. Unsere Vermieterin, Signora Vita, berechnete uns für einen Monat um die 2000 Pesos, was umgerechnet ca. CHF 140.—sind. Dafür mussten wir akzeptieren, dass die gute Dame ab und an einmal ein wenig lauter wurde und über alles und jedes meckerte oder zu singen begann. Egal, wir hatten das Heu auf der selben Bühne und verstanden uns sehr gut.

Ebenfalls das Heu auf der selben Bühnen hatten wir mit vielen der Strassenhunde, die rund um das Haus ihr Revier eingerichtet haben. Drei davon waren noch richtige klein und einfach zum anbeissen süss. So erhielten manche schon bald ihren Namen. Taco (mexikanische Spezialität), Tacos Brüetsch (Bruder von mexikanischer Späzialität), Mäitä (Mädchen) und Schrumpelkopf (viele Falten auf der Stirn). Ach ja, und dann gabs noch einen den wir Ar......h tauften. Aber der hatte seinen Namen auch wirklich verdient. Egal, ab und zu bekamen die herrenlosen Vierbeiner von uns was auf die Rippen. Denn die waren vorallem bei den Kleineren super gut sichtbar. Ein Anblick, den wir beide nicht einfach so hinnehmen konnten.

Ja, es ist eigentlich mit ganz wenig Worten zu erzählen, was wir in den mehr oder weniger zwei Monate Puerto Escondido machten. Anna ging zu Sprachschule um Spanisch zu lernen und Remi war ein bis zwei Mal pro Tag im Wasser um sich mit den Wellen zu messen. Der Rest der Zeit verbrachen wir mit gutem Essen – sprich Tacos, Buritos, Encheladas etc. und natürlich den dazugehörenden Flüssigkeiten wie Corona, Sol, California Wein aus dem Tetrapak und Aqua de Naranja. Ihr werde jetzt sicherlich denken: Man sind die faul. Richtig, das waren wir auch.  Denn das Reise mit dem Rucksack ist nicht immer ein Zuckerschleck und auf Dauer ermüdend. Es war für einfach wieder einmal schön, anzukommen, auszupacken und sein zu können.

Trotzdem, die Reiselust ist noch nicht vorbei. Unser nächster Stop heisst ist Mexico-City, wovon wir einen Tag später Richtung „Havana, Cuba“ aufbrechen werden. Mehr dazu in unserem nächsten Reisebericht.