tempel 700-900 nach christusGute 12 Stunden dauerte die Fahrt mit dem ADO GL Car (Bus-Company in Mexico) von Playa del Carmen nach Palenque. Von dieser mitbekommen haben wir beide nicht wirklich viel. Denn Rotwein ist in Mexico billig. Und Rotwein eignet sich super gut zum schlafen. Also hoppla... ein Tetra-Pack „California“ hinter die Birne gekippt und schon waren wir in Palenque. Die Nachwehen zeigten sich dann erst später. Nein, es war kein Kater, sondern ein wenig Temperatur und Halsschmerzen. Die Schuldige war bald gefunden. Sie hies „AC“ was ausgeschrieben und auf Deutsch „Klimaanlage“ heisst. Egal, Palenque lag zu unseren Füssen und wollte erkundigt werden.

Das Städtchen war nicht wirklich gross. Es gab eine kleine Hauptstrasse, an der sich diverse Einkaufsmöglichkeiten, Hotels und Restaurants aneinander reihten. Die wirkliche Attraktion von Palenque lag ca. 15 Minuten mit dem „Colectivo“ (Lieferwagen, der alles mitnimt was winkt und Geld hat) entfehrnt. In einem Nationalpark gab es alte Maya-Ruinen, super schöne Terrassen-Wasserfälle und Urwald zu bestaunen.  Als wir um ca. 9.00 Uhr das Tickethäuschen erreichten mussten wir feststellen, dass wir bei weitem nicht die Einzigen waren. Es war noch nicht tragisch, doch musste der ambizionierte Fotograf bereits den Handstand machen, um nicht mehr Touris als Ruinen auf den Bildern zu haben.

Die Mayakultur und –Architektur unterscheidet sich ganz klar von allem was wir bis jetzt an Tempelanlagen besucht und gesehen haben. Mit fast erzwungenem Interesse versuchten wir uns vorzustellen, was hier vor ca. 1‘300 Jahren passiert sein muss. Leider kam die Erkenntnis auf eine ganz andere Art und ziemlich schnell. Wir sind einfach langsam Tempel-Geschädigt. Nach Indien, Thailand, Vietnam, Kambotscha, Malaysia und Indonesien, sehen für uns Tempel immer mehr und mehr gleich aus. So war es auch kein Wunder, dass wir bald wieder in Palenque standen und die Weiterreise nach Puerto Escondido planten.

Dieses Mal hatten wir nicht 12 sondern 17 Stunden Fahrt vor uns. Also stimulierten wir unsere Mägen vorerst mal mit einer Pizza bevor wir geradewegs zum Vorschlafen in die Federn hüpften. Leider wurde der Plan vom Vor- und Durchschlafen durch die heilige Maria und diverse Bedienstete rasch zunichte gemacht. Diese, die heilige Maria, wurde nämlich exakt in dieser  und der nächsten Nacht symbolisch mit Fakelläufern nach San Christobal gebracht. Und damit keiner der Fakelläufer von ADO-Bussen oder sonstigen Gefährten von der Fahrbahn gestossen wurde, escodierten Lieferwagen die Läufer. Ja, und diese Lieferwagen hatten natürlich alle ein riesiges und lautes Nebehorn montiert, dass sämtliche Polizei-, Krankenwagen- und Feuerwehrsirenen wieder und wieder mit midestens 120 db abspielten. Der Plan mit dem Vor- und Durchschlafen viel also voll und ganz ins Wasser.

Übermüdet und immer noch ein wenig angeschlagen verliesen wir also am nächsten Tag Palenque und starteten die Reise nach Puerto Escondido.