P4210005Knappe 4 Stunden dauerte die Busfahrt von San Juan nach Angeles. Dort angekommen schauten wir uns nach einer Bleibe um. Doch dies schien hier nicht so einfach zu sein. Denn Angeles ist nicht nur wegen seines Vulkans bekannt, sondern auch wegen der dortigen Rotlichszene. Ein „Fudischuppen“ reihte sich an den andern. Unzählige westliche Kunden schleppten junge Philippinos in die Stundenhotels. Widerlich, einfach nur widerlich. Glücklicherweise fanden wir in einer Nebenstrasse ein kleines Ressort namens „Villa Santos“. Dort kehrten wir für 550 PhP pro Nacht ein. Das Zimmer – beziehungsweise – die Zimmer konnten sich sehen lassen. Sie waren sauber und geräumig.  Und so machten wir es uns gemütlich um am nächsten Tag die Touristenbüros nach Trekkingtouren abzuklappern.

Am nächsten Tag gingen wir als erstes die Umgebung erkunden. 30 Minuten später fanden wir uns in einer riesigen Shopping-Mall wieder. Wir setzten uns als erstes in ein Internetkaffee. Denn wir mussten die Weiterreise nach Bali planen. Knappe 3 Stunden später hatten wir dies dann auch geschaft. Zwei Flüge waren gebucht. So konnte das Shoppingvergnügen endlich beginnen. Anna suchte sich als erstes einen Coiffeur. Remi ging unterdessen Badhosen kafen. Doch als Remi nach knapp 2 Stunden Annas Coiffeure aufsuchte, sass Anna immer noch mit Pamppe in den Haaren da. Eine weitere Stunde später erklärte Anna den Angestellten, dass sie auch noch Shoppen gehen wolle und sie doch bitte den Finger aus dem Hintern nehmen sollen. Dass hat gesessen. So machte sich auch Anna nach 3,5 Stunden auf, die Stors der Mall zu erkunden.

An diesem Tag lernten wir noch ein Pärchen aus Östereich kennen – oder anders gesagt: Anna sprach sie an. Denn wir mussten noch jemanden finden, der mit uns die Kosten für den Mount Pinatubo Trip teilte. Oh Wunder... diese Zwei hatten die gleichen Absichten. Also klinkten wir uns ein und machten die Tour für den nächsten Tag klar.

Am kommenden Morgen weckte uns unser Wecker um punkt 5. Schon ein bischen früh. Doch die Tour war es wert. Mit einem 4x4 ging es Richtung San Juliana – einem kleinen Dörfchen am Fusse des Mount Pinatubo. Die Strassse endete dort und ging in ein Flussbett über, dass aus umzähligen Felsbrocken und Asche bestand. Unser Jeep kämpfte sich durch das unwegsame Gelände bis es nicht mehr weiter ging. Von dort aus war Fussmarsch angesagt. 2 Stunden Aufstieg auf 1450 Meter lagen vor uns. Die Landschaft glich einer Aschwüste, die langsam aber sicher von Grün bedeckt wurde. Zivilisation war hier keine mehr vorhanden. Berge aus Asche zeichneten die Lanschaft – durchzogen von tiefen Furchen, die durch Eruption und Regen geschaffen wurden. Immer wieder mussten wir Bäche überqueren, die sich kreuz und quer durch das Tal frassen. Nach knapp 1.5 Stunden erreichten wir kleine Hütten, die die karge Aschelandschaft von einer dicht bewaldeten Zone trennten. Von dort aus ging es weiter Richtung Gipfel. Gipfel ist vielleicht das falsch Wort. Denn nach dem Ausbruch von Mount Pinatubo war der Berg 300 Meter weniger hoch. Plötzlich zeichnete sich vor uns eine Steintreppe ab. Oben angekommen erblickten wir ihn – den Kratersee des Mount Pinatubo. Einfach nur eindrücklich, wie sich das Wasser in die steil abfallenden Felsen rund um den See einbetteten. Natürlich liesen wir es uns nicht nehmen, ein Bad im Kratersee zu nehmen. Eingestellt auf eine Erfrischung mussten wir bald feststellen, dass das Wasser über 20 Grad hatte. Zudem schimmerte das warme Nass nicht im typischen Blauton, sondern eher in einem braun-gelb. Schwefel war der Grund. Überall lagen gelbe Felsbrocken rum. Mit dem Hinweis unseres Tourguides, dass wir nicht zu weit raus schwimmen sollen, schlüpften wir ins unser Badezeugs. Nachträgliche Recherchen brachten uns die Erkenntnis, dass der See in der Mitte um die 800 Meter tief ist. Naja... es hat trotzdem Spass gemacht.

Nach zwei drei Schwimmbewegungen und der erhoften Abkühlung ging es wieder Talwerts. Komisch... Wir waren bei weitem immer die Zwei, die mit Abstand am weitesten voraus liefen. Unser Tourguide und die zwei Östereicher machten allmälich schlapp. Ein gutes Zeichen für uns, dass wir auch nach einem halben Jahr Reiseferien noch nicht eingerostet waren.

Doch als wir wieder zurück in unserem Heim waren, zeigten sich auch bei uns Ermüdungserscheinungen. So gingen wir ziemlich früh schlafen um am nächsten Tag die Weiterreise in aller Ruhe planen und vorbereiten zu können.

Das war es nun. Ganze 59 Tage Philippinen lagen hinter uns. Mit vielen positiven aber auch negativen Eindrücken schliesst sich nun das Kapitel „Philippinen“. Doch wir sind sicher. Wir werden das Land mit den über 7000 Inseln wieder besuchen. Denn fürs Tauchen und Surfen lohnt es sich alle mal, 17 Stunden im Flieger zu sitzen. Das nächste Abenteuer ruft... Indonesien... wir kommen.