Mit_einer_MA20_gins_nach_San_FernandoPünklich wie ein schweizer Uhrwerk hob die MA20 der Zest Air vom Domestic Airport in Manila ab. Die zweimotorige Propellermaschine war gerade mal mit 7 Personen besetzt. Also hatten wir das Flugzeug praktisch für uns allein. Umso sakastischer war es, dass wir für unser Übergepäck noch drauf zahlen mussten. Aber was solls. Nach knappen 45 Minuten landeten wir sicher in San Fernando, einem Städtchen an der Westküste von Nord-Luzon. Von dort aus ging es mit dem Traicycle weiter nach San Juan. Doch ihr fragt euch sicher, was wir denn genau in dieser Gegend wollten. Surfen!!! Wir wollen surfen lernen. Und mit gerade mal 10 Franken pro Surfstunde inkl. Surflehrer können sich dies sogar Backpacker leisten.

Nachdem wir eine Unterkunft gefunden und schon mal die Umgebung abgecheckt haben, gingen wir im Restaurant nebenan einen Happen essen. Und oh Wunder... das Essen war wirklich gut und zudem noch bezahlbar. Der Start in San Juan war also schon mal geglückt.

Am nächsten Morgen punkt 8.00 Uhr erwartete uns Nano, unser Surflehrer zu unserer ersten Lektion. Wir bekamen beide als erstes ein geschäumtes Longboard und eine Fussleine in die Finger, beziehungsweise um den Knöchel. Uns wurde von Grund auf erklärt, wie alles zu befestigen ist und wie das Ganze funktioniert. Keine 10 Minuten später waren wir schon im Wasser. Komisch war nur, dass es kaum Wellen hatte. Naja... die sollten schon wissen ob das bei diesen Verhältnissen funktioniert. Und so wurden wir aufgefordert uns auf das Surfbrett zu legen, die Balance zu halten und bei lautem Rufen mit Padeln zu beginnen. Wir mussten nicht lange warten kam das Signal. Beide padelten wie wild. Nach ungefair 6 Armumdrehungen kam ein weiteres Signal – „Aufrichten“. Und siehe da, Anna und Remi surften ihre erste Welle. Überwältigt vom ersten Erfolg fingen wir eine Welle nach der anderen ab. Es war einfach nur – sorry der Ausdruck – geil!!!

Geil war jedoch unser Zustand am nächsten Morgen überhaupt nicht. Wir spührten jeden einzelnen Muskel in unserem Körper. Ein gutes Zeichen wie wir uns sagen lassen mussten. Nach einem Frühstück gings dann gleich wieder aufs Brett. Dieses mal jedoch ohne Surflehrer. Die Wellen an jenem Tag waren schon fast mörderisch. Wir hatten richtige Mühe, überhaupt 20 Meter ins Meer raus zu kommen. Über uns schlugen die Wassermassen zusammen und spühlten uns immer wieder Richtung Ufer. Nicht aufgeben... wir übten uns in Geduld. Doch so einfach wie es am Vortag war schien es doch nicht zu sein. Nach knapp einer Stunde krochen wir richtig KO wieder ans Ufer. Remi lies dies jedoch nicht auf sich sitzen. Er schnappte sich ein Bodyboard und legte erst richtig los. Hammer... einfach nur der absolute Hammer. Wellen zu  reiten, die um die 3 Meter hoch sind ist schon was ganz besonderes. Doch vernichten solche Brecher rasend schnell auch jegliche Kraftreserven. Anna machte derweilen eine Pause und schrieb ein wenig an ihrem Tagebuch weiter. Remi ging an diesem Tag noch weitere zwei Mal raus. Er machte so lange weiter, bis er Schürfungen am Bauch hatte. Doch auch dass sei anscheinend normal.

Am diesem Tag lernten wir noch eine richtig coole Gruppe von Locals aus der Nähe von Manila kennen. Und gastfreundlich wie Philippinos sind, luden sie uns zum Abendesssen mit anschliessenden Schlummerdrunk ein. Dieser Schlummerdrunk machte sich dann beim „ins Bett gehen“ vorallem bei Remi bemerkbar. Er verbrachte die Stunde vor dem schlafen gehen noch auf dem Klo. Naja... war auch nicht weiter schlimm. Denn am nächsten und den darauf folgenden Tagen liessen die Wellen auf sich warten. So stand „soziales Netzwerklen“ im Vordergrund. Wir lernten noch weitere Locals von Sun Juan kennen. Auch von ihnen wurden wir zu Tisch gebeten.

Mike, ein echt cooler Typ schlug uns vor, zusammen den Markt in San Fernando zu besuchen. Zusammen mit zwei weiteren Schweizern, die wir durch Mike kennen gelernt hatten, gingen wir los. Am Markt angekommen ging es auf direktem Wege in die Fischabteilung. Dort kauften wir für gerade mal 9 Franken 2kg frischen Thunfisch. Als nächstes stand die Geflügel- und Gemüseabteilung an.  Mit vollen Taschen gings mit dem Jeepnei zurück nach San Juan. Mike schnappte sich die Einkaufstaschen und verschwand mit einem Kumpel in der Küche. Wir durfen nicht helfen. Das wäre unfreundlich. So stand knappe 2 Stunden später ein Nachtessen auf dem Tisch, dass auf den Philippinen seines gleichen suchte. Gegrillter Thunfisch, Sushimi mit Vasabisauce, Gemüse, Salat und und und. Unbeschreiblich wäre noch untertrieben gewesen.

Und so verliessen wir nach knapp 6 Tagen Aufenhalt, vielen neuen Bekannschaften und super Eindrücken, San Juan mit dem Bus Richtung Angeles. Angeles liegt ungefair 1 Stunde nördlich von Manila und ist bekannt als Jumpoff-Point für Trekking-touren zum Mount Pinatubo – einem Vulkan, der 1991 ausbrach und einen halben Berg in die Atmosphäre schoss.