Vor_der_Cidadel_in_Hue8.00 Uhr – ein Vietnamese taucht in der Lobby unseres Hotels auf. „Hue“ ruft er. Das Zeichen für uns, unsere Rucksäcke zu packen und Hoi An „good by“ zu sagen. Als wir knappe 6 Stunden später die stickige Umgebung des Buses wieder verlassen, trifft uns fast der Schlag. Hue begrüsst uns mit Nieselregen und kalten 18 Grad. Noch immer trotteten wir mit kurzen Hosen und offenen Schuhen durch die Gegend. Wenigstens war das Hotel, das wir während der Fahrt ausgesucht haben, schnell gefunden. Doch auch im Hotelzimmer war es nicht sonderlich wärmer – dafür windstill.

Wir legten unser Riesegepäck im Zimmer ab und gingen ums Eck in eine Nebenstrasse, in der sich ein Restaurant ans  andern reihte. „Why not“ hiess unsere Wahl. Ein Restaurant dass vietnamesische aber auch westliche Küche auf der Karte hatte. Beide bestellten sich ein Poulett-Cordeonbleu (oder so). Da eine amerikanische Reisegruppe knapp vor uns bestellt hatte, ging es ein Weilchen. Doch das was uns dann aufgetischt wurde war echt der Hammer.

Ein wenig übervoll aber zufrieden gingen wir noch ein wenig die nähere Umgebung des Hotels erkunden. Weit kamen wir dann aber nicht. Denn der anhaltende Nieselregen, der Wind und die kalten 18 Grad machten uns ein Strich durch die Rechnung. So verbrachten wir den Rest des Tages im Hotelzimmer mit TV und Fotos bearbeiten.

Am nächsten Morgen entschlossen wir uns, nochmals einen Anlauf zu nehmen und dem Sch...wetter zu trotzen. Nach dem Frühstück gings dann auf direktem Weg zum Königspalast, der innerhalb alter und riesiger Stadtmauern stand. 55‘000 Dong kostete der Eintritt pro Person. Das sind ca. CHF 2.50. Als wir den Wassergraben und die Stadtmauern passiert haben, tat sich eine riesige begrünte Fläche auf, die übersäht war mit alten, im chinesischen Stil gehaltenen Villen. Einige wurden renoviert und in Stand gehalten. Von andern war nicht mehr viel überig. Kein Wunder... denn auch hier sind vor knapp 40 Jahren Boben gefallen. Noch immer regnete es. Und es machte auch nicht den Anschein, dass es bald aufhören würde.

Ein wenig durchnässt und durchkühlte entschlossen wir uns, im Einkauscenter visa vie einen Happen zu essen und etwas zu trinken.  Unsere Wahl viel dieses Mal auf was ziemlich Westliches – KFC. Ein wenig demoralisiert vom schlechten Wetter entschlossen wir uns, wenn immer möglich am nächsten Tag die Höhlen von Phong Nha zu besuchen. Doch leider fuhr genau am nächsten Tag kein Bus dorthin. Nur ein „privater Chauffeur“ würde es uns ermöglichen, Einblick in die bekannten Caves zu erhalten. Dieser Chaffeur war – wer hätte es gedacht – aber nicht ganz günstig. Jedenfalls wenn wir zu zweit das Abenteuer in Angriff nahmen.  Also entschlossen wir uns, auf der Strasse ein anderes Pärchen anzuquatschen und zu fragen, ob sie eventuell auch Lust hätten, die Höhlen zu besuchen. Kein leichtes Unterfangen. Doch nach einer Stunde hatten wir Ben und Sandrine – ein Pärchen aus Frankreich – gefunden. Die waren bereit, mit uns die Fahrt zu den Höhlen zu teilen. Und so wurde es für uns schlussentlich günstiger, als wenn wir mit dem Bus gegangen wären.  Wir hatten mit Sandrine und Ben noch einen super Abend. Denn die zwei haben wie wir schon Indien berreist. Und so gab es sehr sehr viel zu erzählen.

Am nächsten Morgen wurden wir um 8.00 Uhr von unserem privaten Chaffeur vor dem Hotel abgeholt. Eine lange Weg lag vor uns. Wenn wir jedoch gewusst hätten, wie lange der ist, hätten wir den Ausflug abgesagt. Die Distanz von 250km pro Weg wäre ja noch erträglich gewesen. Doch dass unsere Fahrer nicht wirklich fahren konnte und mehrheitlich mit 40 Stundekilometer durch die Pampa fuhr – das war dann doch zu viel des Guten. Mehr über die Fahrt – was den grössten Teil des Tages ausmachte – möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben. Hingegen sind die Höhlen von Phong Nha einen Besuch wert.

Vom Parkplatz aus wo die Buse und Autos hielten ging es mit einem Drachenboot flussaufwärts. Nach einer Fahrt von ca. 30min erreichten wir hinter einer Flussgabelung den Höhleneingang. Der Motor des Bootes verstummte. Eine alte Damen mit runzligem Gesicht kam nach vorne zum Bug. Sie schnappte sich das Padel, dass auf Deck lag, und begann zu rudern. Langsam verschlang uns die Dunkelheit und Stille der riesigen Höhle. Es dauerte eine Weile, bis sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Langsam schälten sich riesige Stalaktiten und Stalagmiten aus der Dunkelheit. Sie waren mit Scheinwerfern wunderschön ins Sznene gesetzt. Uns bot sich ein Bild, dass in Worte kaum zu beschreiben ist.  Vieleicht machen es euch die Bilder in der Gallery ein wenig deutlicher, was uns geboten wurde.

Alles in allem war es ein super tolles Erlebnis, dass hingegen durch die ultralange Autofahrt und durch einen Abzockversuch des Höhlenpersonals an Glanz verlohr. Wir zahlte Eintritt für zwei Höhlen, kamen hingegen nur eine zu sehen. Im Anschluss meinte die Dame an der Kasse, dass unsere Tickets bereits eingerissen und somit entwertet wären. Der Betrag können nicht zurück erstatte werden. Doch Anna lies nicht locker, bis wir unser Geld zurück hatten.

Nach all dem beschlossen wir, dass ein bischen besseres Wetter und ein wenig mehr Wärme uns besser bekommt. Wir buchten uns am selben Abend ein Ticket nach Savanakhat – eine kleines Städtchen in Laos. Und so ging es am nächsten Morgen um 7.30 Uhr los Richtung Laos.