BananenverkuferinnenMit viel Hoffnung und Zuversicht haben wir Nah Trang nach drei Übernachtungen Richtung Hoi An verlassen. Hoi An liegt ca. 450 Kilometer nördlich von Nah Trang an der Ostküste von Vietnam. Bei einem Touragent haben wirn einen Sleeper-Bus gebucht. Dieser setzte sich mit Röhren und Getöse um 18.00 Uhr Richtung Hoi An in Bewegung. Doch nein... es war kein normaler Sleeper-Bus. Es war ein extra Sleeper-Bus. Der hatte nämlich extra viel Betten auf der gleichen Fläche. So mussten sich in der hintersten Reihe 5 Personen eine Busbreite teilen. Wenigstens hatten wir so nicht kalt. Denn das Klima wurde immer kühler, je näher wir an Hoi An kamen.

Nach 12 mehr oder weniger schlaflosen Stunden und unzähligen Schlaglöchern erreichten wir in den frühen Morgenstunden Hoi An. Als wir den Bus verliessen schauderte es uns. Es hatte gerade mal 16 Grad. Jawohl 16 Grad – und das mit Flip Flops, T-Shirt und kurzen Hosen. Ein wenig übermüdet flohen wir mit unseren Rucksäcken von den vielen tollen Taxi- und Xing-Fahrern, die sobald die Bustür sich öffnete, fast ins Innere des Bus stürmten, um Kunden zu werben. Nach ca. 10 Minuten Fussmarsch erreichten wir den Stadtkern von Hoi An. Wir waren echt überrascht. Hoi An – beziehungsweise die Altstadt – zeigte sich von einer Seite, die wir überhaupt nicht erwartet hatten. Alte französische Kolonialbauten reiten sich aneinander, dass man wirklich den Flair von Frankreich spürte. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Doch mussten wir wohl oder übel zuerst eine Bleibe finden, bevor wir zum Exploren über gehen konnten. Die Unterkunft war dann auch schnell gefunden. Für 12 Doller die Nacht buchten wir ein gutes Zimmer nicht weit und in Gehdistanz vom Stadtkern entfehrn.

Als wir unser Gerödel im Zimmer abgelegt hatten, legte sich Anna zuerst einmal aufs Ohr. Im Bus war ja nicht viel mit Schlafen. Doch am Mittag zog es uns dann doch raus. Wir schlenderten durch die Gassen und Strassen von Hoi An, taten unserem Magen einen Gefallen und schauten uns die vielen grösseren und kleineren Sehenswürdigkeiten an. Markenzeichen von Hoi An war sicher die alte Chinesische Brücke. Doch hinter und vor dieser verborg sich der wirkliche Schatz der Kleinstadt. Hinter den Fasaden der alten französischen Villen aus der Kolonialzeit zeigten sich Schätze, die aus Kunsthanwerk, Scheidereien, Spezialitätenrestaurants und diversen andern Sachen bestanden. Besonders die Schneidereien haben es uns angetan.  Wir konnten einfach nicht wiederstehen. Und so hatten wir bis zum Zeitpunkt unsere Abreise diverse massgeschneiderte Kleidungsstücke wie Jacken, Blusen und Blaiser, die wir auf dem Postweg nach Hause schickten.

Doch nicht nur die Altstadt von Hoi An war eine Perle. Auch die nähere Umgebung gab einiges her. So buchten wir am 2. Tag unseres Aufenthalts einen Ausflug zu den Ruinen von My Son. Leider machte uns das Wetter ein wenig einen Strich durch die Rechnung. Denn es Regnete ununterbrochen ganz fein. Trotzdem war es super spannend und lustig, den Ausführungen unseres  Tourguides – der sich überigens Tiger King nannte - zuzuhören. Wobei... eigentlich hörte nur Anna zu. Remi war am Fotografieren. Im Anschluss an die Besichtigung von My Son gings mit dem Bus zum nahe gelegenen Fluss, auf dem ein Boot auf uns wartete. Mit diesem Boot gings zurück nach Hoi An. Jedoch legten wir noch einen kleinen Zwischenstop in einem Fischdorf ein, wo man uns das lokale Handwerk – die Bootsbauerei – und ein paar Souvenierläden näher brachte. Das Erste war spannend, das Letztere eher immer das Gleiche.

Wieder zurück in Hoi An gings sofort zum Taylor. Denn die erste Kleideranprobe stand an. Einfach nur wahnsinnig und unglaublich was die lokalen Schneider in einem Tag geschaft haben. Alles passte wunderbar. Ein bischen eng geschnitten, aber das war mit einer kleinen Korrektur durch den Schneider bald behoben. Mit einem Hochgefühl – wie Frauen es nach dem Shopen haben – gingen wir zum Touristenbüro und buchten unsere Weiterreise. Unser nächstes Ziel hiess „Hue“. Und dieses nahmen wir am Folgetag – auch wieder mit einem Bus – in Angriff.