Nah_TrangDie Busfahrt war überraschend angenehm. Obwohl wir tagsüber reisen werden wir in einem superbequemen Sleeperbus Richtung Norden transportiert. Das heisst: vieeel Platz um die Beine zu strecken und es sich für die nächsten paar Stunden gemütlich zu machen. Das Beste daran ist: all dieser Luxus kostet nur eine handvoll Dollars. Bei diesen Bussfahrten empfiehlt es sich jedoch nur die Landschaft zu bestaunen und die moerderischen Ueberhohlmanöver auf den engen Passstrassen aus dem Blickfeld zu verbannen. Busse überholen alles auch wenn sie nur minim schneller sind als die mit Felsbrocken beladene Lastwagen, die quälend langsam nur Zentimeter von unserer Nasenspitze entfernt die Pässe entlangkriechen. Auf der Fahrt gibt es immer wieder Stops um einen "Happy room" aufzusuchen (Happy rooms sind WC’s). Die stinkenden Busstopklos vermögen uns aber nicht so recht glücklich zu machen. Da machen die vietnamesischen Essensexperimente schon eher Laune. Supersüsse Zuckererdnussplätzchen und weisse gedämpfte Klösse mit undefinierbarer Füllung.

Die Fahrt ist dann doch etwas länger als erwartet. Wir werden in Nha Trang aus dem Bus geworfen, inmitten einer sabbernden Taxi und Cyclodriver-Meute, die uns alle irgendwo in ein Hotel schleppen wollen um die Promotion einzukassieren die kaesige Touris wie wir bringen. Ziemlich geraedert von dem langen Trip lassen wir uns in das Gebiet mit den billigen Hotels bringen. Wir staunen nicht schlecht, als die genannten Preise um die 20 Dollar sind. Mit etwas Geduld finden wir jedoch ein sauberes Zimmerchen fuer 12 Dollar.

Nha Trang entäuscht uns ein bisschen. Entlang des Strandes zieht sich eine lange Strasse mit einer wogenden Masse aus Scootern, Autos und Cyclos. Wer gerne ein Fuss in das südchinesische Meer dippen möchte, muss diese zuerst überqueren. In Vietnam ist dies keine einfache Disziplin. Es gibt zwar Ampeln und Zebrastreifen, diese werden jedoch kaum bis garnicht beachtet. Wir wissen schon, dass man hier einfach loslaufen muss ohne zurückzuweichen. Und siehe da - die Blechlawinen teilen sich magischerweise ein paar Meter vor uns in zwei. Wir fühlen uns schon wie einheimische und grinsen über die Touris, die ratlos am Strassenrand stehen und sehnsüchtig zum Meer hinüber schauten.

Die Küstenstrasse ist gesäumt mit 5-Sterne Bunkern und die Menues in Restaurants sind bereits auf Russisch übersetzt. Wir wissen ziemlich schnell, dass wir hier nicht lange bleiben werden, da dieser Stadt jeglicher Charme fehlt oder verlohren hat. Schnell waren die lokalen Sehenswürdigkeiten abgeklappert und besichtigt. Und als wir dann noch erfahren haben, dass die Sichtweiten bei den lokalen Tauchplätzen ca. 20cm betrugen, hat das uns den Rest gegeben. Also ab ins Touristbüro und die Weiterfahrt buchen. Unser nächstes Ziel hiess Hoi An.